Home >> Die echte Ware >> 'Nationalhymne' von Südwestjütland

 

Dies ist die westlichste Ecke Südwestjütlands und auch Dänemarks südwestlichste Ecke. So steht es geschrieben im Vorwort der Dänemark Chronik von Saxo. Hier findet man eine sonderbare Landschaft, wo der Himmel ungewöhnlich hoch wird, und wo kein Geländeformation den Ausblick hindert. Vom Watt im Westen, geschützt von der Perlenkette der nordfriesischen Inseln, breitet sich das Marschland über das Land, nur durch grössere oder kleinere Wasserläufe, viele Seen und Röhrichten durchschnitten.

Im Osten, auf der anderen Seite von Tønder und im Norden bei Højer und Møgeltønder steigt das Land, und man erreicht die grossen Hügelinseln, die Geeste, die Moränen aus der vorletzten Eiszeit.

Dies ist das Land 'hinter den Deichen', das Marschland, wo der Übergang zwischen Land und Meer fliessend ist, oder besser gesagt er war fliessend, denn heute haben die Menschen, um sich eine zufriedenstellende Sicherheit gegen die Naturkräfte der Nordsee zu schaffen, das Land eingedämmt und gerade Strecken für Deiche und Buhnen geschaffen. Das Marschland kann einem Fremden 'kahl und ärmlich' vorkommen, aber 'für uns ein reiches Erbe ist dies Land voller Schönheit'. Die Natur ist in ihrer eigenen kahlen Art grossartig. Deshalb haben die Menschen im Laufe der Zeit gelernt, sie zu fügen. Die Natur ist die Achse gewesen, um die sich die kulturelle Anpassung gedreht hat.

 

 

'For en fremmed barsk og fattig' 
übersetzung

Fü den Fremden kahl und ärmlich,
doch für uns ein reiches Erbe,
ist dies Land voller Schönheit.
Gold´ne Hörner barg die 'Erde

Ostwerts steht dort in der Ferne
wie ein Hüne Kloster Kirche.
Und im Westen Burgen zeugen
von Hans Schack´s und Rantzaus Wirken.

Schönes Land, die Blicke schweifen
weit hinaus ganz ohne Schranken.
Ruhe finden in der Weite
Sinn und rastlose Gedanken.

Schön ist´s wenn Tauperlen Blumen
weit und breit zum Glänzen bringen,
und vom hohen hellen Himmel
frohe Lerchentöne klingen.

Abendsonne sinkt ins Meer
und lässt die Wiesen rötlich blühen.
Auch im alten Mögeltondern
ist´s als ob die Linden glühen.

Nachts in tiefe Stille weichet,
wenn die wilden Schwäne schreien.
Über´m Ruttebüller See
die Vögelschwärme nordwärts gleiten.

Schönes Land, dein herbes Antlitz
wirst du nur den Fremden zeigen.
Deinen Kindern scheinst du milde.
Liebe Heimat, wir dich preisen.